Prof. Dr. Jochen Bogs

Diplom-Biologe
Professor für Pflanzenphysiologie/Weinbau
Fachhochschule Bingen

Funktionen am Weincampus
Vorsitzender des Prüfungsausschusses
Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses derFachbereiche

Lehrgebiete

  • Physiologie
  • Biochemie
  • Biotechnologie
  • Rebenzüchtung
  • Rebenernährung

Forschungsschwerpunkte

Wertgebende Inhaltsstoffe der Weinbeere

  • Umwelteinflüsse (Terroir)
  • Genetik (Sorten)
  • Entwicklung praxisrelevanter Methoden und Parameter zur Einschätzung der Traubenqualität

Entscheidend für die Qualität des Weins sind die wertgebenden Inhaltstoffe der Weinbeeren, wie Aroma-, Farb- und Geschmacksstoffe, deren Gehalt durch Umwelteinflüsse, weinbauliche Maßnahmen und die Rebsorte beeinflusst werden. In laufenden Forschungsprojekten werden die genetischen und umweltbedingten Einflüsse auf die Synthese von Aromastoffen (Monoterpene) und Farb- bzw. Geschmacksstoffen (Flavonoide, Stilbene) untersucht.

Flavonoide und Stilbene

Flavonoide und Stilbene sind phenolische Inhaltsstoffe in Früchten und pflanzlichen Produkten wie Wein, Fruchtsäften und Tee, die maßgeblich zu ihrer Qualität, Farbe, Geschmack bzw. gesundheitsfördernden Wirkung beitragen. Aufgrund qualitativer Eigenschaften haben diese Stoffklassen ein großes Potential für die Optimierung von verschiedensten pflanzlichen Produkten wie Wein und Fruchtsäften. In laufenden Forschungsprojekten werden die genetischen Grundlagen sowie der Einfluss von Umweltfaktoren und weinbaulichen Maßnahmen auf die Flavonoid- und Stilbene-Biosynthese untersucht. Die Ergebnisse der Projekte sollen dazu beitragen, die Flavonoid- und Stilbene-Biosynthese in Weinbeeren zu verstehen und dadurch verbesserte Rebenzüchtungsansätze und angepasste Anbauverfahren zu entwickeln, die zur Optimierung des Flavonoid- und Stilbengehaltes in den Weinbeeren führen.

 Aromastoffe

Geruchsaktive Verbindungen sind von entscheidender Bedeutung für die Qualität von vielen Früchten und ihren Produkten wie z.B. Säften und Wein. Dabei wird das Aroma von Weinbeeren und anderen Früchten insbesondere durch Verbindungen aus der Klasse der Monoterpene geprägt, die während der Beerenreife synthetisiert werden. Die sortenspezifischen Unterschiede in der Zusammensetzung der Monoterpene von Weinbeeren bestimmen ihr typisches Aroma und lassen auf eine differentielle Regulation der Monoterpensynthese schließen. Neben diesen genetischen Sortenunterschieden können Umweltfaktoren und das Entwicklungsstadium der Weinbeeren die Terpensynthese und damit das spätere Aroma des Weins stark beeinflussen. Die bisher publizierten Ergebnisse und eigene Vorversuche zur Regulation der Monoterpensynthese in Pflanzen deuten daraufhin, das die Genregulation durch Transkriptionsfaktoren hierbei eine entscheidende Rolle spielt. Im Rahmen eines Projektes soll die Regulation der Monoterpensynthese durch Transkriptionsfaktoren sowie die Einflüsse von Umweltfaktoren und Genotypen (Rebsorten) untersucht werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen zur molekularen Charakterisierung der Monoterpensynthese in Weinbeeren beitragen sowie pflanzenbauliche und züchterische Potentiale zur gezielten Verbesserung des Aromas von Weinbeeren und Wein eröffnen.

Abwehrmechanismen der Weinrebe gegen Schaderreger

  • Abwehrverhalten der Rebe gegen Pathogene; Welche Abwehrmechanismen und pflanzeneigene Stoffe spielen hierbei eine Rolle?
  • Applikation von Wirkstoffen; Wie ist die Auswirkung auf die Traubengesundheit und die Inhaltsstoffe der Beeren

Der Weinbau beruht auf traditionellen Rebsorten (Vitis vinifera L.) die gegen den Echten Mehltau (Erysiphe necator) und den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) sehr anfällig sind. Die vergleichenden Studien der Pilz-resistenten Sorten `Regent´ und `Gloire de Montpellier´ und der anfälligen Sorten `Riesling´ und `Chardonnay´ haben gezeigt, dass die bei der Abwehr beteiligten Gene prinzipiell sowohl in den resistenten als auch in den anfälligen Sorten aktiv werden. Bei den resistenten Sorten findet jedoch nach der Infektion mit dem Pathogen eine schnelle und starke Induktion der jeweiligen Gene statt, die in der anfälligen Sorte nur sehr schwach ausgeprägt ist. Ziele der Forschungsvorhaben sind es daher, die genetischen Unterschiede zwischen resistenten und anfälligen Reben zu untersuchen, um die molekulare Physiologie der erfolgreichen Abwehr zu verstehen und die dabei relevanten Gene zu identifizieren. Des Weiteren sollen verschiedene Wirkstoffe auf ihr Potential hin untersucht werden, die pflanzliche Abwehr vor einer beginnenden Infektion zu aktivieren. Die Ergebnisse aus diesen Forschungsvorhaben sollen dazu beitragen die Züchtung von resistenten Rebsorten zu verbessern und mögliche Wirkstoffe zu identifizieren, die die Abwehr der Rebe gegenüber Schaderregern induzieren.

Kontakt

Prof. Dr. Jochen Bogs
Professor für Pflanzenphysiologie und Weinbau

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