Entwicklung eines immunologischen Schnelltest zur Detektion von Schadbakterien in Most und Wein

Entwicklung eines immunologischen Schnelltests zur Detektion von Schadbakterien in Most und Wein

 

 

Bei der Weinbereitung nimmt die Mikroflora eine zentrale Rolle ein und beeinflusst Produktionsschritte vom Lesegut bis zur Flasche. Im Vordergrund steht vor allem die durch Hefen vermittelte alkoholische Gärung, aber auch die Bedeutung der durch Milchsäurebakterien vermittelten malolaktischen Fermentation (MLF) geht mittlerweile über das reine Säuremanagement bei Rotwein hinaus. Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Schnelltests, der vom Winzer oder Kellermeister schnell und kostengünstig durchgeführt werden kann. Dieser ist durch die Form eines Teststreifens während der Gärung, der Reifung und auch bei der Abfüllung und dem Transport einsetzbar. So können Schadhefen oder Bakterien schnell und vor einer sensorischen Belastung detektiert werden und Gegenmaßnahmen sofort eingeleitet werden. Die meist als Reinzuchthefe eingesetzte  Saccharomyces cerevisiae soll überwacht werden, um ausreichende Zellzahlen für eine sichere Gärung zu gewährleisten Das FEI-geförderte Projekt wird in Zusammenarbeit mit der RLP Agroscience GmbH - AlPlanta durchgeführt. Am DLR Rheinpfalz werden Weine im Kleinmaßstab hergestellt, um die Fehltöne künstlich zu erzeugen. Dabei werden Schwellenwerte für jeden Schadorganismus festgelegt. Dies ist notwendig, um den Bereich an Zellzahlen festzulegen, in denen der Teststreifen ein positives Ergebnis zeigen muss. Zudem werden Fehlerweine aus der Praxis gesammelt. Mit diesen und den künstlich erzeugten Fehlerweinen wird eine sensorische Prüfung und eine chemische Analyse durchgeführt. Gleichzeitig werden in den Weinen die Zellzahlen der Mikroorganismen bestimmt und eine Verbindung der Ergebnisse hergestellt. Zuletzt erfolgt nach der Entwicklung der Antikörper die Überprüfung in der Praxis. Antikörper sind Proteine, die in weißen Blutzellen als Abwehrreaktion produziert werden. Diese sind passend zum Fremdkörper und können auch in-vitro, also im Labor entwickelt werden. Antikörperbasierte Schnelltests gibt es für viele Fragestellungen. Die prominentesten Beispiele sind Drogentests und Schwangerschaftstests. Die Antikörper haben dabei eine Farbmarkierung, die im Fall einer positiven Detektion sichtbar wird. Ein antikörperbasierter Schnelltest ist für Winzer und Kellermeister eine schnelle und kostengünstige Methode, mit der ohne Einrichtung eines Labors Schadhefen oder Bakterien detektiert werden können. Wirtschaftliche Risiken werden durch das sofortige Einleiten von Gegenmaßnahmen minimiert und die Qualität der Weine verbessert.

 

Das IGF-Vorhaben 18676 N der Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

 

 

Dr. Friederike Rex

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
A1 - 201 06321 - 671471 06321 - 671514 friederike.rex@dlr.rlp.de