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Wird es dem Riesling in Deutschland zu heiß?

Spätestens im Sommer 2018 wurde jedem bewusst, dass sich das Klima nachhaltig ändert. Die Bilder von verdorrten landwirtschaftlichen Kulturen gingen durch die Medien der Republik und waren Thema der politischen Diskussionen. Es häuften sich die Anfragen an unser Institut, ob es dem Riesling nicht zu heiß würde in Deutschland und wie die Weinwirtschaft den Herausforderungen des Klimawandels begegnen
kann. In der Tat entwickelt der Riesling bei starker Sonnenexposition der Trauben bereits nach einem Jahr eine charakteristische Petrol-Fehlnote. Der Verursacher, das 1,1,6-Trimethyl-1,2-dihydronaphthalin (TDN), ist ein Abbauprodukt der Carotinoide, die in den Trauben als Sonnenschutz gebildet werden. Während Weinexperten bei gereiften Rieslingen eine gewisse Petrolnote schätzen, ist diese bei der Mehrzahl der als junge Weine getrunkenen Rieslinge unerwünscht – und wird dann als Fehlnote eingestuft. Eine Minimierungsstrategie für diese Fehlnote hat daher höchste Dringlichkeit und stellt eine typische Aufgabe für die vorwettbewerbliche Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) dar – eine Aufgabe, die Prof. Peter Winterhalter mit seinem Team von der TU Braunschweig sowie das Team unseres Instituts gemeinsam im Rahmen eines IGF-Projektes gelöst haben. Kennzeichnend für die IGF ist auch, dass vorwiegend kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die selbst nicht in der Lage sind, Forschung zu betreiben, jedes IGF-Projekt beratendbegleiten. Damit wird sichergestellt, dass die Forschungsergebnisse praxisorientiert sind: So wirkten insgesamt 13 Unternehmen – darunter allein acht KMU – bei dem Projekt mit. Den Klimawandel abzuschwächen oder gar zu stoppen, ist ein langfristiges Unterfangen. Die Reaktionen der Weinerzeuger hingegen müssen kurzfristig erfolgen, damit auch weiterhin feinfruchtige und vom Terroir geprägte Rieslingweine Weintrinker erfreuen und faszinieren können. Dazu haben wir mit diesem IGF-Projekt sicher einen wichtigen Beitrag geleistet.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht über unsere Forschungsergebnisse: