Forschungsprojekt GrapeBreed4IPM: Design Thinking Workshop vereint zwölf Akteure aus Praxis, Forschung, Politik und Markt
Der Weinbau steht derzeit vor strukturellen Veränderungen. Vorgaben zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und die Frage der wirtschaftlichen Tragfähigkeit stellen viele Betriebe vor neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund fand am Dienstag, den 27.01.2026 an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen ein Design Thinking Workshop zur Zukunft neuer robuster Rebsorten statt.
An dem Workshop nahmen 12 Vertreterinnen und Vertreter aus Weinbaupraxis, Forschung, Züchtung, Politik, Verbänden und Fachhandel teil. Die Teilnehmenden arbeiteten in drei interdisziplinär zusammengesetzten Teams, um Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Weinsektors zusammenzuführen.
Inhaltlich stand die Rolle neuer robuster Rebsorten, sogenannter PIWI (Pilzwiderstandsfähige)-Sorten, im Mittelpunkt. Diese gelten als zentraler Ansatz zur Reduktion chemischer Pflanzenschutzmaßnahmen im Weinbau. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen, um eine breite Umsetzung zu erreichen. Marktakzeptanz, Kommunikation und politische Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle.
Der Workshop war Teil des europäischen Forschungsprojekts GrapeBreed4IPM, das im EU-Programm Horizon Europe gefördert wird. In dem Projekt arbeiten mehr als 20 Partner aus Forschung, Weinbau und Verbänden aus mehreren europäischen Ländern zusammen. Ziel ist es, robuste Rebsorten weiterzuentwickeln und zugleich die Bedingungen für ihre erfolgreiche Einführung in den Markt systematisch zu analysieren.
Gearbeitet wurde mit der sog. Design-Thinking-Methode, die auf strukturierter Zusammenarbeit, Perspektivenvielfalt und iterativer Entwicklung basiert. In mehreren Arbeitsphasen identifizierten die Teilnehmenden zentrale Stakeholder, analysierten deren Bedürfnisse und Hemmnisse und leiteten daraus konkrete Fragestellungen für die weitere Projektarbeit ab. Anschließend entwickelten die Teams erste Lösungsansätze, die unter anderem Vermarktungsstrategien, Kommunikationsformate und institutionelle Rahmenbedingungen adressierten.
Die Ergebnisse des Workshops wurden am Ende des Tages in Form von Prototypen vorgestellt und gemeinsam reflektiert. Sie bilden eine inhaltliche Grundlage für die weitere Arbeit im Projekt und fließen in eine langfristige, länderübergreifende PIWI-Roadmap mit Perspektive bis zum Jahr 2030 ein. Vergleichbare Design-Thinking Workshops sind in weiteren europäischen Weinbauländern realisiert, um nationale Unterschiede und gemeinsame Herausforderungen systematisch zu erfassen und zu analysieren.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Weincampus Neustadt. Der Workshop zeigte, dass die Transformation des Weinbaus nicht allein durch Züchtung entschieden wird, sondern durch das Zusammenspiel von Praxis, Wissenschaft, Markt und Politik.
Jetzt teilnehmen: EU-Umfrage zur Zukunft des Weinbaus
Im Rahmen von GrapeBreed4IPM läuft derzeit eine europaweite Online-Befragung für Winzer, Experten und Konsumenten. Ziel ist es, ein vielstimmiges Bild zu gewinnen – über Chancen, Herausforderungen und Erwartungen an neue robuste Rebsorten und nachhaltigen Weinbau bis 2030.
▶️ Hier geht’s direkt zur Umfrage: www.soscisurvey.de/grapebreed4ipm2
Ihre Teilnahme ist anonym, dauert nur wenige Minuten – und trägt dazu bei, fundierte und praxistaugliche Empfehlungen für die Branche zu entwickeln.
